2. Türchen - Butzel und der Klang der großen Stadt

Shownotes

2. Türchen – Butzel und der Klang der großen Stadt

Butzel ist in München angekommen! Der Marienplatz ist überwältigend – laut, schnell, voller Menschen. Doch dann erklingt ein merkwürdiges Glockenspiel mit einer schiefen, eigenwilligen Melodie. Fast wird Butzel zertrampelt – bis Toni ihn rettet. Ein älteres Eichhörnchen mit grauen Ohrpinseln, das schon lange in der Stadt lebt. Gemeinsam erleben sie einen magischen Moment: Der große Weihnachtsbaum wird erleuchtet. Tausend Lichter funkeln. Butzels Herz wird ganz warm. Ist das Weihnachten?

📆 DIESE EPISODE

  1. Türchen von 24 Erschienen: 2. Dezember 2025 Länge: ca. 12 Minuten Für Kinder von 4-11 Jahren und ihre Familien

🎧 NÄCHSTE EPISODE Morgen, 3. Dezember: Butzel begegnet Lilo – einem Eichhörnchen, das von Haselnüssen träumt und davon, sie zu klauen… Alle Episoden findest du auf Spotify, Apple Podcasts und überall, wo es Podcasts gibt.

💭 IN DIESEM TÜRCHEN ERLEBST DU:

Butzels Ankunft am Marienplatz in München Das schiefe Glockenspiel am Rathaus – eine eigenwillige Melodie Toni – ein grummeliges, aber herzensgutes Stadt-Eichhörnchen Den magischen Moment: Der Weihnachtsbaum wird erleuchtet Butzels erstes Heimweh – und seine neue Freundschaft Das Ritual: Butzel schaut zum Stern und flüstert "Gespeichert"

🌟 BESONDERE MOMENTE:

Das schiefe Glockenspiel: "Manchmal ist das Schiefe interessanter als das Perfekte" Die tausend Lichter am Weihnachtsbaum Tonis fürsorgliche Seite: "Eine Nacht kannst du bei mir bleiben" Butzels Heimweh unter den Sternen Der erste Blick auf den leuchtenden Stern – wie zuhause

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🎵 MUSIK "Magical Christmas" Lizenziert über CapCut

👤 CREDITS Geschichte & Stimme: Claudia von Butzelzeit Produktion: Butzelzeit © 2025 Butzelzeit. Alle Rechte vorbehalten.

🎄 BUTZELS ADVENTSKALENDER 24 Geschichten voller Herz, Mut und kleiner Wunder. Täglich eine neue Episode bis zum 24. Dezember. Folge jetzt, damit du kein Türchen verpasst!

Transkript anzeigen

00:00:02: Mach es dir gemütlich, wo auch immer du gerade bist.

00:00:05: Heute wartet Türchen zwei auf dich.

00:00:10: Der Lastwagen verlor an Geschwindigkeit.

00:00:13: Wurde langsamer, stand still.

00:00:15: Stimmen, Schritte, Türen, die zuschlugen.

00:00:19: So, ausladen!

00:00:22: Die Plane wurde aufgerissen.

00:00:24: Und helles, kaltes Mittagslicht strömte herein.

00:00:27: Rutzl hob

00:00:28: den Kopf zwischen den Tannenzweigen hervor.

00:00:31: Das Licht hier war anders als im Wald.

00:00:33: Nicht weich und golden, sondern scharf,

00:00:36: hell,

00:00:37: fast ein bisschen zu viel.

00:00:39: Sein Herz pochte wild.

00:00:42: War das München?

00:00:45: Er sprang vom Anhänger und landete auf harten Stein.

00:00:48: Er zuckte zusammen.

00:00:50: Stein, kein Moos, keine Erde, kein Waldduft.

00:00:56: Stattdessen roch es nach... allem.

00:01:00: Zucker, Gewürzen, Rauch,

00:01:03: Menschen, Winter?

00:01:07: Ein Meer aus Tannenbäumen stand um ihn herum, in Holzständern verankert, als versuchten sie, Wurzeln nachzuahmen.

00:01:16: Menschen liefen zwischen ihnen herum, lachten, trugen Tüten, diskutierten, kauften.

00:01:21: Wurzel war überwältigt.

00:01:24: Und dann ...

00:01:26: Ding, dong,

00:01:28: dong, ding,

00:01:30: dong.

00:01:32: In der Ferne eine ganz eigene Melodie.

00:01:36: Wurzel erstarrte.

00:01:39: Das war, das war merkwürdig.

00:01:43: Die Töne waren nicht perfekt.

00:01:45: Manche klangen ein bisschen schief, ein bisschen krumm, als hätte jemand vergessen, sie gerade zu biegen.

00:01:52: Aber gerade deshalb.

00:01:54: Gerade deshalb war es so besonders.

00:01:57: Was ist das?

00:01:59: Hauchte er,

00:02:00: halb verwirrt,

00:02:01: halb fasziniert.

00:02:05: Die Melodie stolperte weiter, stieg höher.

00:02:08: Machte einen kleinen Knick, fand sich wieder, als würde sie eine Geschichte erzählen und dabei manchmal über die eigenen Worte steubern.

00:02:18: Nicht schön, nicht perfekt,

00:02:21: aber echt.

00:02:22: Und mutig.

00:02:24: Und so eigen, dass man einfach zuhören musste.

00:02:28: Wurzels Leuchtoer prickelte.

00:02:30: Sein Propo begann zu wackeln.

00:02:32: Aber nicht vor Nachdenken.

00:02:34: Vor

00:02:35: Staunen.

00:02:37: Er lief los, den Klängen entgegen.

00:02:40: Zwischen Menschenbeinen hindurch, vorbei an glänzenden Buden, unter Lichterketten, die noch im Tageslicht hingen.

00:02:47: Die Melodie wurde lauter,

00:02:49: schiefer

00:02:49: und irgendwie noch unwiderstehlicher.

00:02:55: Er erreichte einen riesigen Platz, den Marienplatz.

00:02:59: Menschen waren stehen geblieben und blickten nach oben.

00:03:03: Wurzel folgte

00:03:04: den Blicken.

00:03:06: Ganz oben, auf einem hohen dunklen Gebäude bewegten sich Figuren.

00:03:11: Sie tanzten.

00:03:12: Sie drehten sich.

00:03:14: Sie erzählten eine Geschichte, die Butzel nicht verstand, aber fühlen konnte.

00:03:19: Er stand da, mit offenem Mund, überwältigt, klein wie eine Nuss.

00:03:26: So etwas

00:03:26: gibt es

00:03:27: hier?

00:03:28: Bei den

00:03:28: Menschen?

00:03:31: Doch dann

00:03:32: schwupp!

00:03:33: Eine Stiefelsole baute sich vor ihm auf, dann

00:03:35: die nächste, dann eine Tasche, ein Kinderwagen, ein Hundeschwanz.

00:03:38: Butzel mich nach rechts aus, nach links.

00:03:41: Zurück!

00:03:42: Alles zu schnell!

00:03:43: zu laut,

00:03:44: zu groß.

00:03:46: Er presste sich gegen den Stamm eines kalen Winterbaums, der am Platz stand und versuchte, nicht zertrampelt zu werden.

00:03:57: Da räusperte sich jemand.

00:03:59: Ganz nah von oben.

00:04:02: Ähm, Wurzel fuhr herum und blickte nach oben.

00:04:07: Auf einem Ast direkt über ihm saß ein Eichhörnchen.

00:04:13: Wurzel stockte der Arten.

00:04:15: Es war nicht irgendein Eichhörnchen.

00:04:17: Es war

00:04:18: ein älteres, mit grauen Ohrpinseln, mit müden, aber wachsamen Augen.

00:04:25: Mit einer Art Blick,

00:04:26: der sagte,

00:04:28: ich kenne diesen Wahnsinn seit Jahren.

00:04:32: Wenn du da unten bleibst, rumpte er, hörst du gleich, ein flacher Nuss geht's.

00:04:38: Putzel schluckte.

00:04:40: Komm rauf, sagte der Fremde, nicht unfreundlich, aber bestimmt.

00:04:47: Putzel kletterte, schnell, dankbar.

00:04:50: Oben setzte er sich keuchend neben den Fremden.

00:04:53: Danke,

00:04:55: keuchte er, das ältere Eichhörnchen nickte knapp.

00:04:59: Ich bin Toni.

00:05:01: Ich bin Butzel aus dem Wald.

00:05:04: Toni musterte ihn.

00:05:06: Lange.

00:05:07: Ach was, rumpte er.

00:05:10: Dann verzog er keine Mine.

00:05:13: Butzel grinst es schüchtern.

00:05:16: Die beiden schaute gemeinsam auf den Platz.

00:05:19: Das Glockenspiel spielte noch immer.

00:05:21: Die Melodie hüpfte durch die Gassen, mal zu hoch, mal zu tief, immer ein bisschen eigenwillig.

00:05:28: Was?

00:05:29: Was ist das da oben?

00:05:31: flüsterte Butzel.

00:05:32: Diese Figuren und diese eigenartige Musik und...

00:05:36: Langsam

00:05:38: unterbrach Tony.

00:05:39: Nicht alle Fragen auf einmal.

00:05:41: Meine Ohren sind alt.

00:05:45: Butzel rückte die Lippen zusammen.

00:05:47: Nur kurz.

00:05:48: Dann platzte es aus ihm heraus.

00:05:51: Also, was

00:05:52: ist

00:05:52: das?

00:05:54: Toni säufzte,

00:05:56: wie jemand, der diese

00:05:57: Frage schon tausendmal gehört hatte.

00:06:00: Das ist das Glockenspiel vom Rathaus.

00:06:02: Kommt jeden Tag um zwölf Uhr.

00:06:05: Die Menschen lieben es.

00:06:08: Aber es klingt so... krumm?

00:06:11: sagte Butzel vorsichtig.

00:06:13: Ja, brummte Toni.

00:06:15: Tut es.

00:06:16: Seit vielen, vielen Jahren.

00:06:19: Butzel überlegte.

00:06:21: Und trotzdem kommen alle?

00:06:23: Toni nickte.

00:06:25: Manchmal,

00:06:26: sagte er, und seine Stimme wurde weicher, manchmal ist das Schiefe interessant als das Perfekte.

00:06:34: Weil es echt ist?

00:06:37: Weil es echt ist.

00:06:40: Die Melodie wurde leiser, ein letztes

00:06:43: Ding-Dong-Ding

00:06:46: und das Glockenspiel verstummte.

00:06:49: Menschen gingen weiter, ein paar blieben stehen, eine andere Stille breitete sich aus, nicht leer.

00:06:56: sondern voll, voll von Menschen die Atmeten, von Schritten, von leisem Summen.

00:07:04: Butzel saß ganz ruhig, neben Toni und spürte, er war nicht allein.

00:07:11: Die Sonne war schon ein Stück weitergewandert, das Licht

00:07:15: wurde

00:07:15: blasser, dann klick, ein kaum hörbares Geräusch.

00:07:23: Und plötzlich leuchtete der Weihnachtsbaum.

00:07:27: Butzel fuhr herum.

00:07:28: und sein Atem blieb stehen.

00:07:31: Ein Riese

00:07:32: aus Dunkelgrün und Harz stand dort, jetzt überflutet von tausenden Lichtern.

00:07:38: Gold, warm, funkelnd.

00:07:42: Die Lichter wanderten über die Zweige, als würden sie tanzen.

00:07:46: Jedes ein kleiner Stern, jedes ein Flüstern.

00:07:50: Butzel konnte sich nicht bewegen, nicht sprechen, nicht atmen.

00:07:56: Sein Popo wollte kurz zum Denkwackel ansetzen.

00:07:59: Aber diesmal war kein Denken dran, nur Staunen.

00:08:05: Sein Herz wurde groß und weit und so warm, dass es kribbelte.

00:08:11: Das ist,

00:08:12: hauchte er, aber er konnte nicht weitersprechen.

00:08:18: Seine Pfote wanderte zu seinem Rucksack, tastete nach der goldenen Eiche.

00:08:24: Sie war warm, ganz warm, fast so, als würde sie mitfühlen.

00:08:30: Er legte die andere Pfote auf seinen Herzfleck und er wusste, diesen Moment würde er nie vergessen.

00:08:40: Tony blickte ebenfalls hin und obwohl er grummelig

00:08:43: war, lächelte er, ganz heimlich.

00:08:46: Ja, brummte er leise.

00:08:49: Dieser Baum ist was Besonderes.

00:08:53: Uzzel konnte den Blick nicht abwenden.

00:08:57: Die Lichter funkelten, der Platz glitzerte.

00:09:01: Alles wirkte warm.

00:09:02: mitten im kalten Winter.

00:09:05: Ist das Weihnachten?

00:09:07: flüsterte er.

00:09:10: Tony schwieg einen Moment.

00:09:13: Ein

00:09:13: Teil davon,

00:09:15: sagte er dann.

00:09:16: Ein

00:09:17: durchaus wichtiger Teil.

00:09:21: Nach einer Weile fragte Tony, sag mal, weißt du eigentlich, wo du heute

00:09:26: schliefst?

00:09:28: Wurzel zuckte.

00:09:29: Äh, nein?

00:09:31: Natürlich nicht,

00:09:33: rumpte Tony.

00:09:34: Ihr Waldkinder springt halt lieber los, als vorher

00:09:37: zu Ende zu denken.

00:09:39: Ich hab nachgedacht, mein Popo hat sogar gewackelt.

00:09:43: Tony starte ihn an.

00:09:46: Dein ... was, bitte?

00:09:48: Äh, egal.

00:09:51: Tony schnaubte, schüttelte den Kopf.

00:09:54: Komm, eine Nacht kannst du bei mir bleiben.

00:09:57: Eine, ich bin kein Hotel.

00:10:00: Butze strahlte.

00:10:02: Danke, wirklich.

00:10:04: Nicht bedanken.

00:10:05: Nichts anfressen und nicht im Schlaf wackeln.

00:10:10: Mach ich nicht.

00:10:12: Sie kletterten über Dächer durch Regengrinnen, bis sie einen geschützten Platz unter einem Dachvorsprung erreichten.

00:10:19: Der Platz war trocken, windstill und überraschend gemütlich.

00:10:25: Hier schlafe ich, sagte Toni, trocken, warm, sicher.

00:10:31: Er zeigte nach unten auf den Marienplatz.

00:10:33: Die Lichter funkelten, der Baum glühte.

00:10:36: Der Platz summte.

00:10:39: Wurzel kuschelte sich in eine Ecke.

00:10:42: Das roch nach Stadt, nach Abgasen, nach Regen auf Stein.

00:10:47: Nicht nach Moos, nicht nach Mama.

00:10:52: Ein Stich im Herzen, so groß, dass ihm die Luft kurz wegblieb.

00:10:57: Er dachte an Mama, die jetzt vielleicht auf einem Ast saß und nach ihm Ausschau hielt.

00:11:02: An Papa, der vermutlich murmelte.

00:11:05: Er schaffst das.

00:11:07: An Finn.

00:11:08: Der Versuchen würde stark zu sein und heimlich weinte.

00:11:11: Annelli, die ihm einen Kuss auf die Backe gedrückt hatte, seine Augen wurden feucht.

00:11:19: Toni, flüsterte er und seine Stimme war ganz klein.

00:11:23: Hm, vermisst du manchmal den Wald?

00:11:30: Stille, lange.

00:11:33: Dann sagte Toni leise, so leise, dass Putzel ihn fast nicht hören konnte.

00:11:41: Manchmal ein... Kleines bisschen.

00:11:46: Er nickte nach unten, wo der Weihnachtsbaum funkelte.

00:11:50: Aber die Stadt hat auch ihre schönen Momente.

00:11:56: Butzel lächelte.

00:11:57: Heute, das mit dem Baum.

00:12:00: Das war schön.

00:12:02: War's, brummte Toni.

00:12:06: Sie lauschten der Stadt, der leisen Musik irgendwo aus der Ferne.

00:12:10: Dem Summen, das weich wurde, wie ein Schlaflied.

00:12:14: Toni, flüsterte Butzel nach einer Weile.

00:12:17: Hm?

00:12:19: Danke.

00:12:20: Wofür?

00:12:22: Dass du mich nicht alleine lässt.

00:12:25: Tony räusperte sich.

00:12:27: So gut.

00:12:30: Aber du wichst komisch, rumpte er.

00:12:33: Hey!

00:12:35: Wurzelkicherte

00:12:36: leise,

00:12:37: kuschelte sich ein Stück näher.

00:12:39: Tony rumpte etwas Unverständliches, aber seine Pfote lag schützend über Wurzels Rücken.

00:12:47: Wurzel schaute zum Himmel, zwischen den Dächern.

00:12:50: Dort funkelte ein heller Stern, hell, klar, vertraut, derselbe wie zu Hause.

00:12:58: Er legte die Pfote auf seinen Herzfleck, gespeichert, flüsterte er ganz leise.

00:13:06: Die Sterne funkelten über den Dächern, der Weihnachtsbaum glitzerte in der Ferne und zwei kleine Eichhörnchen schliefen ein, weit weg vom Wald, aber nicht alleine, und irgendwo in der Stadt auf einem anderen Dach.

00:13:21: schlief ein drittes Eichhörnchen auch nicht alleine.

00:13:25: Es träumte von den leckersten Haselnüssen und davon, wie man sie am besten klaut.

00:13:34: Ihr Name war Lilo und morgen würde sie Butzel begegnen.

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